Bundesligist begeistert beim 44:16-Gaudi-Sieg gegen den TSV
Etwas ganz Besonderes hat sich die Handball-Abteilung des TSV Mainburg anlässlich des 150-jährigen Jubiläum des Hauptvereines einfallen lassen. Mit Hilfe des Großsponsors „Volthaus“ gelang es der Abteilungsleitung mit dem TBV Lemgo einen absoluten Hochkaräter des Handballsports (Deutscher Meister, Pokalsieger und Europacup-Gewinner) nach Mainburg zu holen. Die TSV’ler kommen also quasi aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Konnte erst vor wenigen Wochen der Aufstieg in die Landesliga bejubelt werden, gab es nun für die Akteure noch das „Spiel des Lebens“ als Sahnehäubchen oben drauf.Nationalspieler und Weltmeister zu Gast in Mainburg – das gibt es schließlich nicht alle Tage.
„Der Empfang war sehr schön, sehr freundlich und es macht natürlich auch uns viel Spaß, wenn so eine positive Stimmung herrscht“, so die erste Einschätzung des TBV-Rückraumhühnen Holger Glandorf. Die hochkarätigen Gäste sollten natürlich auch entsprechend begrüßt werden, und so standen vor dem Rathaus die TSV’ler in Tracht zum offiziellen Empfang Spalier. Doch auch bei so einem Anlass sind die Profis dann eben Profis – Freundschaftsspiel hin oder her. Der Begrüßungstrunk blieb dann eben bei den Hauptprotagonisten noch alkoholfrei, gespielt werden musste schließlich auch noch.
Frenetisch bejubelt wurden die Spieler dann auch in der ausverkauften Mittelschulhalle. Werbung für den Handball in Mainburg sollte es werden – ein Vorhaben, das vollends geglückt ist. Wohlwissend, dass der TSV spielerisch chancenlos sein würde in diesem Spiel, Lemgo erwartungsgemäß klar überlegen. Der TSV musste einige Zeit auf das erste eigene Tor gegen die Bundesliga-Mannschaft warten, Franz Fellner war dieses vorbehalten – der Treffer zum 1:4. Allzu viele Mainburger Tore folgten bis zur Pause allerdings nicht mehr, vielmehr wollte Lemgo ein bisschen Spektakel bieten, der TBV zu Halbzeit mit 27:5 vorne.
Florian Kehrmann beurteilte die erste Hälfte so: „Die ersten drei, vier Minuten hat man schon gesehen, dass die Mainburger schon sehr viel Respekt vor uns hatten. Das haben sie dann aber abgelegt, wir haben auch einen Gang zurückgeschaltet, aber im Großen und Ganzen war es das, was die Zuschauer hier sehen wollten: ein schönes Handballspiel, ein paar Kabinettstückchen, Tore für Mainburg. Das war ganz gut so.“
Letztendlich war der TSV Mainburg dann doch auf 16 eigene Tore gekommen und auch Torhüter Marek Slouf konnte sich über Erfolgserlebnisse freuen und vereitelte einige Chancen, nicht zuletzt gegen Weltmeister Holger Glandorf.
TSV-Trainer Ralf Forster brachte es auf den Punkt: „Also ich bin hoch zufrieden! Es war ein herrliches Spiel, man hat genau gesehen, was die Leute drauf haben und sie haben uns in genau dem Rahmen mitspielen lassen, wie ich es erwartet hatte. Sie haben uns die Chancen gelassen, eigene Tore zu machen. Das hat absolut gepasst.“
Mit 44:16 setzte sich der TBV Lemgo schlussendlich durch und Florian Kehrmann zum Schluss dann nicht nur Torschütze sondern auch Torhüter beim TBV. In so einem Spiel kann es ja mal probiert werden.
„Leider Gottes hab ich zwei oder drei Tore bekommen, aber die Mannschaft hat mich da auch wirklich im Stich gelassen“, frotzelte Kehrmann nach der Begegnung. „Ich würde gern viel öfter ins Tor gehen, aber der Trainer lässt mich nicht – bin wohl zu schlecht…“
„Ja, das war ganz witzig“, so ein breit grinsender Ralf Forster, „Sie wollten dem Lichtlein (Nationalkeeper des DHB, Anmerkung der Redaktion) halt auch mal ein Tor gönnen, aber das haben wir auch noch nie geschafft, also warum sollte es ihnen gelingen…“
Für den TSV zählte einfach nur, dieses Handball-Spektakel in Mainburg erlebt haben zu dürfen, mit der sportlich am leichtesten zu verkraftenden Niederlage, die es nur geben kann. Und Spaß hatten definitiv alle Beteiligten!
TBV Lemgo (Tore/davon Siebenmeter): Galia, Lichtlein (beide Tor); Illyes, Smoler (2), Preiß (1), Bechtloff (12), Datukashvili (2), Glandorf (1), Theuerkauf (10/3), Kehrmann (4), Strobel, Schneider (9), Hermann (3). TSV Mainburg: Slouf, Thalmeier (beide Tor); Möser, Englbrecht (2), Wagner (1), Ettenhuber, Dominik Thoma (2), Hadzidulbic (1/1), Klaus, Fellner (2), Harrieder, May (2), Spenger (1), Stephan (1), Daniel Thoma (1), Dyk (2), Ernstberger (1). – Schiedsrichter: Kretschmann/Nemetz (HG Ingolstadt/MTV Ingolstadt).














