Abteilungsgeschichte
27.07.2010
Neue Jugendleiterin bei den Handballern
Mit dem Rücktritt von Martin Möser als Jugendleiter der Handballabteilung, der das Amt aus beruflichen Gründen nicht mehr ausüben kann, musste die Führungsriege um Paul Sommerer einen herben Rückschlag einstecken. Um so schöner, dass mit Veronika Rieder eine adäquate Nachfolgerin gefunden werden konnte. Mit Vero rückt die nächste Generation in die Abteilungsleitung auf und Paul Sommerer beurteilt die Situation mit eine weinenden und einem lachenden Auge. “Natürlich kann ich die Beweggründe von Martin verstehen, die ihn zu diesem Schritt veranlasst haben, schließlich haben wir lange genug darüber gesprochen. Nichts desto trotz ist es immer schwierig, einen derart langjährigen Weggefährten zu verlieren. Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen und ich bin davon überzeugt, dass wir mit Vero einen Schritt in die richtige Richtung machen. Sie hat eine Menge klasse Ideen, was die Jugendarbeit betrifft und bringt wieder frischen Wind in unsere – auch wenn ich es nicht gerne zugebe – vom Tagesgeschäft zerfressene Abteilungsarbeit. Wir freuen uns alle sehr auf die Zusammenarbeit mit Vero und werden sie bei ihren angedachten Projekten tatkräftig unterstützen.”
mein Name ist Veronika Rieder, ich bin 20 Jahre alt, Spielerin der Mainburger Damenmannschaft und seit meiner Kindheit Mitglied der Handballabteilung.
Als ich von Paul Sommerer gefragt wurde, ob ich das Amt des Jugendleiters übernehmen wolle, habe ich mich sehr gefreut und nicht lange gezögert und zugesagt.
Ich habe jede Menge Ideen, wie wir die Jugendarbeit in unserer Abteilung gemeinsam weiter voran bringen können und freue mich sehr auf diese neue Aufgabe.
In erster Linie möchte ich jedoch Ansprechpartner für Euch sein!
Kommt zu mir, wenn Ihr Fragen, Anregungen oder auch Sorgen habt. Ich werde für Euch da sein und versuchen, Euch zu helfen und Eure Wünsche umzusetzen!
Am einfachsten erreicht Ihr mich über Email (riederveronika(at)gmx.de).
Lasst uns gemeinsam an der Zukunft unserer Abteilung arbeiten! Ich freu mich drauf!
Eure Vero
Jahrtausendwende – Mainburger Handball im Wandel
Das Jahr 2000 war nicht nur die Jahrtausendwende. Für den Handball in Mainburg war es der Startschuss in eine wirklich großartige Geschichte. Dieser Artikel war im Juli in den Vereinsnachrichten abgedruckt um zu zeigen – jetzt geht’s los!.
TSVMainburg / Handball / Vereinsnachrichten 3/2000
Handballabteilung im Wandel
Realitäten anerkennen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Abkehr vom Gewohnten und neue Wege beschreiten. Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen, dabei aber Traditionen und alte Stärken mit einander verbinden. Visionen in konkrete Handlungen umzusetzen und sie mit den Erfahrungen der Alten zu verbinden.
Natürlich sind das viel zitierte aber auch belastete Schlagworte in einer Zeit in der alles und jedes im Wandel zu sein scheint. Und dennoch trifft das derzeit für die Handballabteilung des TSV Mainburg in besonderen Maße zu.
Die Ursachen dafür liegen auf der Hand und sind sowohl Abteilungsintern als auch im Handballsport allgemein zu begründen.
Das Ansehen des Handballs in Deutschland hat sich seit den 80er Jahren insgesamt extrem verschlechtert. Von der Sportart Nummer zwei, natürlich hinter Fußball rangiert man heute unter ferner liefen. Individualsportarten wie Tennis und in den 90er Jahren auch einige Trendsportarten zogen vorbei.
Leider ließen die Verantwortlichen der altehrwürdigen Handballverbände DHB und BHV das Ganze mehr oder weniger tatenlos zu. Dabei ist man mit einer Sportart beschäftigt, die alle Elemente für eine breite Akzeptanz in sich trägt. Schnelligkeit, Dynamik, der Kampf Mann gegen Mann und Torraumszenen in großer Zahl – um nur die wichtigsten zu nennen.
Bei entsprechender Vermarktung wäre die Popularität bei weitem größer, was natürlich den kleineren Vereinen, zu denen auch der TSV Mainburg zählt eine immense Hilfe wäre, wenn man dabei nur an die Nachwuchsarbeit denkt.
Statt dessen aber waren vor allem die neunziger Jahren von einem extremen Mitgliederschwund geprägt, der etliche Vereine zur Aufgabe zwang. Die Verbände reagierten natürlich darauf. Aber leider in der Art, daß nichts weiter getan wurde, als sich an die Situation anzupassen. So waren auch die Mainburger von mehreren Bezirksreformen betroffen. Von wirklichen Reformen kann aber keine Rede sein. Vielmehr als die weniger werdenden Vereine in neue Bezirke und Spielklassen zu pferchen wurde nicht getan. Von wachstumsorientierten Maßnahmen war nichts zu spüren. Und so waren die Vereine weiter auf sich gestellt.
Auch dem TSV Mainburg brach in dieser Phase der Nachwuchs weg. Zweierlei half aber die Misere zu überstehen. Erstens konnte man aus der Substanz der Glanzzeiten der früheren Bezirksligazeit zehren. Zweitens gelang es über Verbindungen zur Hauptschule und zum Gymnasium die Lücken im Nachwuchs einigermaßen zu schließen. Natürlich ist in diesem Bereich noch einiges zu tun um die Früchte der mühsamen Arbeit zu ernten.
Sportlich gesehen hat man die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft bereits in der letzten Saison geschaffen. Die erste Mannschaft konnte in ihrer ersten Bezirksligasaison das Ziel des Klassenerhaltes erfüllen und erreichte einen hervorragenden 6. Tabellenplatz. Die A-Jugend hatte in der Bezirksoberliga zwar einen schweren Stand stellte aber unter Beweis, daß sie die Zukunft für Mainburgs Handball darstellt. Die D-Jugend erzielt in ihrer Spielrunde gar die Meisterschaft. Die neue C-Jugend scheiterte nur knapp in der Qualifikation zur Bezirksoberliga.
Erst jetzt ist der Bogen zu dem gespannt, was den Handballverantwortlichen bevorsteht. Es heißt der Situation Rechnung zu tragen.
Zukunftspläne
Bereits im Herbst letzten Jahres trafen sich die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Karl Schöll und Jugendleiter Daniel Kallmünzer, die Marschroute der nächsten Jahre festzulegen. Konkret hieß das, daß bei einen Verbleib der ersten Mannschaft in der Bezirksliga in der Saison 2000/2001 ein bezahlter Trainer eine neue Mannschaft aus dem Nachwuchs der A-Jugend und den Spielern der „Ersten“ aufbauen soll.. Auf jeden Fall sollte dies ein Spielertrainer sein, der Erfahrung aus einer höheren Klasse mit bringt.
Das sportliche Ziel wurde folgender Maßen formuliert.
Die Saison 2000/2001 sollte im vorderen Mittelfeld der Bezirksliga Altbayern abgeschlossen werden. Im darauffolgenden Jahr wird der Aufstieg in die nächst höhere Klasse anvisiert. Spätestens drei Jahre darauf will man in der Landesliga spielen.
Einig war man sich darin, daß die angestrebte Höherklassigkeit unbedingt notwendig sein wird, da man den heutigen Nachwuchsspielern der Jugendmannschaften hier in Mainburg eine sportliche Perspektive geben müsse. Kein Jugendspieler kann Interesse daran haben in den unteren Klassen des Seniorenbereich zu spielen, wenn das Potential viel höher liegt.
Parallel dazu wurde darüber diskutiert, was sozusagen als gesellschaftliche und finanzielle Rahmenbedingungen geschaffen werden soll. Eine Marketingoffensive soll die Mainburger für den Handballsport begeistern und so für das notwendige Zuschauerinteresse sorgen.
Für ein funktionierendes Kulturwesen einer Stadt gehört nach dem Empfinden der Abteilungsführung unbedingt eine Sportart Nr. 1 für die sich die Leute in Bewegung setzen wenn Heimspieltag angesetzt ist. Selbstredend ist, daß man hier den Handball in der entsprechenden Rolle sieht. Schon heute stellt man unter den traditionellen Mannschaftssportarten in Mainburg diejenige dar, die in der höchsten Klasse spielt.
Bis zu dieser Stelle ist das Ganze natürlich eine Vision, die erst einmal mit Leben gefüllt werden muß.
Und eine grundlegende Komponente, die dem allem erst Leben einhaucht heißt schlichtweg Geld.
Nur mit einer soliden finanziellen Basis können die beiden Eckpfeiler des Erfolges, nämlich eine progressive Nachwuchsarbeit und eine erfolgreiche „erste Mannschaft“, auf eine professionelle Ebene gehoben werden.
Die notwendigen Mittel sollten, auch darin war man sich schnell einig, durch die Bildung eines Sponsorenpools aufgebracht werden. Auf keinen Fall wollte man hierbei die Verantwortung dem Hauptverein anlasten. Natürlich mußte auch der Beweis angetreten werden, daß man den Willen hat, die großen Ziele durch harte ehrenamtliche Arbeit anzupacken. Auf keinen Fall aber sollten buchhalterische Gründe dem Ganzen im Wege stehen.
Kurzum, im April wurde das Projekt unter der Leitung von Abteilungsleiter Karl Schöll initiiert.
Karl Schöll baut Sponsorenpool auf.
Zuerst aber mußte das Vorhaben natürlich mit der Vereinsführung abgestimmt werden, um Einklang mit ihrer Sponsorenpolitik herzustellen.
Dazu wurde die Liste der Mainurger Firmen und Geschäfte vorgelegt, die man in den nächsten Wochen anschreiben und besuchen wollte. Insgesamt hatte man im erstem Schritt ca. 120 mögliche Sponsoren ausgesucht.
Und als man schließlich grünes Licht bekam, ging die eigentliche Arbeit erst richtig los. Es wurde ein Anschreiben verfaßt in dem Karl Schöll und Daniel Kallmünzer ihre Absichten und Ziele den möglichen Partnern erklärten.
Als nächstes wurde ein Stab von 8 Mitarbeitern gebildet, von denen jeder eine bestimmte Anzahl von Firmen zu besuchen hatte. Das unter diesen Stab auch einige Spieler der A-Jugend waren beweist, daß Karl Schöll es geschafft hatte eine breite Akzeptanz für die Sache zu schaffen.
In den darauffolgenden Wochen konnte man also Mainburgs Geschäftsleute daraufhin untersuchen, wie es mit ihrer Einstellung zur Jugendarbeit und zum Handballsport steht.
Das Ergebnis war verblüffend. Um die 70 Firmen zeigten sich bereit ihren Teil zum künftigen Erfolg der Mainburger Handballer beizusteuern.
Leider besteht zum jetzigen Zeitpunkt noch eine erhebliche Finanzierungslücke. Deswegen werden in den nächsten Wochen noch einmal alle Anstrengungen unternommen diese zu schließen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf diejenigen Mainburger Firmen und Geschäftsleute gelegt, die seit jeher mit dem Handball in Verbindung stehen.
Daniel Kallmünzer auf Trainersuche
Vor diesem Hintergrund trat man in die nächste Phase der Planung. Daniel Kallmünzer wurde beauftragt mögliche Kandidaten für das Traineramt zu sichten.
Seit Jahren gilt er als fundierter Kenner der Handballszene speziell in Bayern. Wochenlang war er unterwegs. Er nutzte jeden Hinweis aus seinen vielen Verbindungen in die Szene, einen geeinigten Mann zu finden. Dabei machte er es sich auf keinen Fall leicht.
Für Daniel Kallmünzer ist es unverzichtbar, daß der zukünftige Spielertrainer erstens menschlich in das außerordentlich positive Mannschaftsklima passt und, daß er Erfahrung aus einer höheren Spielklasse mitbringt. Oberliga ist dabei das Minimum, so Kallmünzer.
Doch die Zeit drängt. Zwar hat bereits ein Kandidat ein Probetraining absolviert und der Kontakt zu zwei weiteren wird intensiviert aber bis Ende Juli muß das Ganze stehen, da im August die Vorbereitung beginnt.
Zum ersten mal seit gut 30 Jahren wird also ein „Fremder“ das Training leiten. Dies ist zweifellos ein großer Schritt hin zu einer erfolgreichen Zukunft. Es ist aber auch ein Wagnis und vieles hängt davon ab, ob man es versteht den eigenen Nachwuchs erfolgreich einzubinden.
Als Initialzündung und um unser Vorhaben zu zementieren haben wir dann im September 2000 ein ganzseitiges Interview mit Karl in die Hallertauer gebracht
Gespräch
Mainburg braucht eine Sportart Nr. 1
Karl Schöll leitet seit 2 Jahren die Handballabteilung des TSV Mainburg. In seiner Arbeit setzt er mit der Jugendarbeit, einer leistungsstarken 1. Mannschaft und der finanziellen Unabhängigkeit drei Hauptschwerpunkte, an denen er und sein Team mit enthusiastischem Eifer arbeiten. Ziel soll es sein, den Handballsport in Mainburg zu einem Zuschauermagneten zu verwandeln.
HZ: Hr. Schöll, wieso sollen sich die Mainburger ausgerechnet für den Handball begeistern?
Schöll: Waren Sie schon einmal in einem unserer Heimspiele?
HZ: Nein…
Schöll: Sollten Sie aber unbedingt mal machen. Nur so werden Sie erfahren, wie es ist, wenn man sich von der Atmosphäre in der Halle anstecken läßt. Mancher Nichtexperte ist da schon hängen geblieben. Handball ist leicht zu verstehen und Unterhaltung pur. Außerdem reichen schon ca. 100 Zuschauer um die Hauptschulhalle in einen Hexenkessel zu verwandeln.
HZ: Wieviele Zuschauer wollen Sie denn in Zukunft erreichen?
Schöll: Na ja, so um die 100 im Schnitt sollen es in der nächste Saison schon sein. Zu den Spitzenspielen natürlich mehr.
HZ: Stapeln Sie da nicht etwas tief?
Schöll: Man muß schon realistisch bleiben. Wir stehen mit unseren Bemühungen, den Handball vorwärts zu bringen erst am Anfang.
HZ: Und wohin wollen Sie?
Schöll: Unserer Ziele sind klar. Wir spielen jetzt in der Bezirksliga und in den nächsten 5Jahren muß es schon die Landesliga sein (gleiche Ligaeinteilung wie im Fußball. Anm. der Red.). Schließlich wollen wir Handball als Sportart Nr. 1 in Mainburg sehen und dann werden natürlich auch die Zuschauerzahlen nach oben gehen.
HZ: Jetzt steigen Sie aber doch hoch ein?
Schöll: Nein, gar nicht. Wir profitieren heuer endlich von der Arbeit, die von meinem Vorgänger Peter Fischer zusammen mit Otto Faber begonnen wurde. Heuer und nächstes Jahr wechselt nämlich die komplette A-Jugend in die 1. Mannschaft. Das ist seit langen Jahren zum ersten mal wieder der Fall. Und diese Jungs haben vor einem Jahr um den Aufstieg in die Bayernliga gespielt. Gigs Harrieder spielt jetzt sogar im Kader des Regionalligisten TG Landshut. Aber auch die anderen Spieler sind zu ähnlichen Leistungen fähig. Deswegen sage ich es noch einmal. Wenn wir weiterhin so konsequent arbeiten und die Ausbildung vorantreiben, dann spielen wir in der Landesliga.
HZ: Aber wer sagt Ihnen, daß nicht immer mal wieder Spieler zu höherklassigen Vereinen wechseln?
Schöll: Natürlich wird das passieren. Und es soll ja auch passieren. So hat man die Bestätigung, daß die eigene Nachwuchsarbeit funktioniert. Aber wir wollen es den nächsten Spielergenerationen einen Wechsel schon schwerer machen, in dem unsere „Erste“ eben auch in einer höheren Klasse spielt und so als Vorbild dient.
Die Jungs müssen sich einfach sagen: “Da will ich auch einmal spielen.“ Heuer hat es bereits funktioniert.
Bei unserer Entscheidung über einen „bezahlten“ Trainer, die wir bereits letztes Jahr getroffen haben, war die Grundvoraussetzung, daß wir die Bezirksliga halten. Diese Bedingung wurde von der A-Jugend wie von den Aktiven gleichermaßen gestellt. Die Bezirksliga sehen wir als sportliches Minimum für einen so starken Nachwuchs an.
HZ: Apropos Nachwuchsarbeit. Ein viel belastetes Wort. Wie sieht das konkret bei euch aus?
Schöll: Das geht bei uns ab 6 Jahren mit den „Minis“ an. Jungs und Mädchen spielen da zusammen. Der reguläre Spielbetrieb der Jugendmannschaften beginnt in der D-Jugend. Betreut werden die Kleinsten von Albert Lohr und Benedikt Pfaller. Die beiden machen das einfach großartig. Mit solchen Leuten kann man Kinder auch für eine Sportart begeistern, die nicht im Trend steht und nicht auf der Straße erlernt werden kann. Den Mädchenbereich steht Horst Menschig als Übungsleiter vor. Wir haben eine weibliche C-, und eine A-Jugend.
Dann haben wir einen ganz starken Kontakt zum Gymnasium und zur Hauptschule. Besonders kommt uns dabei zugute, daß das Gabelsberger Gymnasium Leistungszentrum für Handball als Schulsport ist. Betreut wird die Sache durch Oberstudienrat Otto Faber, der bei uns in der Abteilung auch die C-Jugend und die A-Jugend trainiert. Außerdem ist Otto Faber im Bezirk Altbayern für die Nachwuchsarbeit verantwortlich.
In der Hauptschule ist es Kornrektor Hanns Seidl der die Fahnen für den Handball hochhält.
Chef für den gesamten Jugendbereich ist Daniel Kallmünzer und über den brauche ich nichts weiter zu sagen.
Er hält den Laden zusammen. Aber nicht nur als Jugendleiter ist er tätig. Bei der Trainersuche für die „Erste“ hatte er ebenfalls maßgeblichen Anteil.
HZ: Warum muß es eigentlich ein bezahlter Trainer sein?
Schöll: Da sind wir uns alle einig. Wir brauchen einen Mann, der schon höherklassig gespielt hat, eine Mannschaft formen kann und die Ausbildung der Einzelspieler weiterführt. Es muß einfach neuer Wind in die Mannschaft. Wir haben es lange genug selber gemacht. Außerdem passen wir uns an dieser Stelle an den Zeitgeist an.
HZ: Und das könnt ihr euch leisten?
Schöll: Nicht zuletzt dafür haben wir unseren Sponsorenpool aufgebaut.
HZ: Und da ist genügend zusammengekommen?
Schöll: Absolut. Am Ende hat es uns selbst überrascht, wie viele Mainburger Geschäftsleute und Firmen uns unterstützen. Alles in Allem werden es ca. 80 Partner sein, die uns in der nächsten Saison begleiten.
Bereits im ersten Jahr stimmt unser Finanzplan. Da sage ich wirklich Danke an alle, die das ermöglicht haben.
HZ: Wie hat denn die Vorstandschaft auf euere Ambitionen reagiert?
Schöll: Wir haben unsere Aktivitäten ja bereits so im April, Mai mit der Vereinsführung abgestimmt. Zu diesem Zeitpunkt war es noch keinesfalls sicher, ob wir das Geld zusammenbringen würden. So war es für die Beteiligten schon ein gewisses Risiko.
Aber wir haben zu jeder Zeit ein offenes Ohr für die Sache gehabt. Und zu Guter letzt haben wir uns geeinigt. An dieser Stelle möchte ich mich wirklich bei Karl Pöschl und Horst Pinsker bedanken. Besonders letzterer hat uns dabei geholfen, daß wir uns an die Arbeit machen konnten.
HZ: Und wie geht’s jetzt weiter?
Schöll: Zur Zeit ist vor allem Schwitzen angesagt. Wir befinden uns nämlich seit Mitte August in der Vorbereitung. Am 10. September haben wir dann ein besonderes Schmankerl für alle Sportbegeisterten parat. Da geht’s gegen die Regionalligamannschaft der TG Landshut und das Ganze bei freiem Eintritt.
Saisonstart ist dann am 23.9. hier in Mainburg gegen den TSV Taufkirchen. Als Saisonziel haben wir uns so den 4. oder 5. Platz vorgenommen.
HZ: Gibt’s irgendwelche besonderen Wünsche für die Zukunft?
Schöll: Wir wollen ein Mainburger Verein sein, der in der Stadt und in der Region verwurzelt ist. Alle, die bei uns Handball spielen, stehen dafür ein. In den Dingen die wir jetzt tun und in Zukunft tun wollen, dürfen wir vor allem die Menschlichkeit nicht vergessen. Es darf nicht passieren, daß mit professionelleren Methoden alles Menschliche unter die Räder kommt. Dazu gibt es auch in unserer Umgebung zu viele negative Bespiele. Wir wollen anspruchsvolle sportliche Unterhaltung bieten aber das in einem Umfeld, in dem es auch jeden Einzelnen Spaß macht.
Gut 2 Jahre später – Vereinsnachrichten
Handballer steigen in Bezirksoberliga auf / Weibliche D-Jugend erringt Meisterschaft
Die Saison 2002/2003 ist noch nicht komplett abgeschlossen. Bei Drucklegung haben erst zwei Mannschaften im TSV Mainburg ihre Spielrunde beendet. Eines aber kann man getrost jetzt schon sagen. Diese Saison wird als eine der erfolgreichsten in die Abteilungsanalen eingehen. Als Meister der Bezirksliga konnte die weibliche D-Jugend ihre Saison beenden. Und die Herrenmannschaft konnte sich bereits zwei Spieltage vor Saisonende einen Aufstiegsplatz für die höchste Spielklasse im Bezirk Ober- und Niederbayern (Altbayern) sichern.
1.Mannschaft beeindruckt mit sehenswerten Leistungen
Daß sich Aktive und Verantwortlichen über einen sportlichen Aufstieg freuen, ist den meisten wohl klar. Die erste Mannschaft jedoch hat viel mehr als einen bloßen sportlichen Erfolg zu feiern. Sie hat sich durch ihr Auftreten Freunde geschaffen und zwar über das Fachpublikum hinaus. Sie hat gezeigt welch mitreißende Sportart Handball sein kann. Vor allem im Heimspiel gegen den SSV Schrobenhausen als man nach großartigen Spiel und einem Endstand von 30:23 die Weichen auf Aufstieg stellen konnte, sah man sich in der Hauptschulhalle einer Anhängerschar gegenüber, wie es in Mainburg in einem Ligaspiel noch nicht vorgekommen ist.
Auch im nächsten Auswärtsspiel beim TSV Neuburg bot man den mitgereisten Anhängern Mit dem 28:20 Erfolg ein Schmankerl.
Die Erste Mannschaft befindet sich im Augenblick auf einen blitzsauberen Weg. Es darf also gefeiert werden. Bereits im April aber beginnen die Planungen für die neue Saison. ….
Dann – Saison2003/2004
Weltmeister trainiert zukünftig Mainburger Handballnachwuchs.
TSV Handballer engagieren mit Semir Hacidulbic einen ehemaligen Jugendweltmeister für den Nachwuchs
Mit einer spektakulären Neuverpflichtung als Nachwuchstrainer stößt die Nachwuchsarbeit des Handballssport in Mainburg in eine neue Dimension vor. Mit Semir Hacidulbic konnten Handball AbteilungsleiterKarl Schöll und Nachwuchschef Otto Faber einen absoluten Klassemann von der Nachwuchsarbeit in Mainburg überzeugen und letztendlich auch verpflichten.
Überhaupt scheint die Verpflichtung des 30 –Jährigen Bosniers genau zum Richtigen Zeitpunkt zu kommen, da die männliche A-Jugend den Aufstieg in die Bezirksoberliga und die B-Jugend sich gar für die Bayernliga qualifiziert hat.
Nicht überschwenglich sondern nüchtern analysiert stellt Karl Schöll die Situation des Mainburger Handballes dar.
„Wir müssen unseren jungen Spielern eine astreine Förderung zugute kommen lassen. Das ist unser absolutes Hauptaugenmerk. Und damit befinden wir uns ab sofort im direkten Konkurrenzkampf mit den anderen großen Vereinen, wie Landshut und Ingolstadt. Mit Semir Hacidulbic und Otto Faber als Nachwuchstrainer werden wir gegen diese Vereine bestehen können.“
Der Kommentar von Schöll betätigt, daß das Mainburger Handball-Konzept immer mehr ins Interesse im Bezirk Altbayern rückt.
Nicht zuletzt deswegen konnte auch Hacidulbic gewonnen werden: „Otto Faber hat absolut Toparbeit geliefert. Die Jungs sind wirklich spitze. Das hängt sicher auch damit zusammen, daß in diesem Verein eine junge Führung die Trainer in Ruhe arbeiten läßt.“
Seit zwei Jahren erst ist Hacidulbic nun Lizenztrainer. In der letzten Saison war er Spielertrainer bei der TG Landshut in der Landesliga. Mit der jungen Truppe schaffte er den Klassenerhalt. Zuvor trainierte er die Damen- mannschaft und die männliche A-Jugend der Turngemeinde. Die Spieler der männl. A-Jugend stellen heute das Rückrat der ersten Mannschaft in Landhut dar. In dieser Zeit erkannte Hacedulbic die Wichtigkeit eines funktionierenden Nachwuchsbereiches.
Seine Laufbahn selbst begann Semir Hacidulbic beim Bosnischen Verein Sloga Doboj, damals in der ersten jugoslawischen Liga. Als 18 Jähriger wurde er mit Jugoslawien in Griechenland Jugendweltmeister.
Einer Profikarriere stand eigentlich nichts mehr im Wege. Bereits 1993 wechselte er zu Bayer Leverkusen in die zweite Bundesliga. Ziemlich ernüchtert jedoch vom harten Ellenbogengeschäft im Profihandball wechselte der sympatische und freundliche Sportler bereits ein Jahr später nach Niederbayern. Anlaufstation war zunächst der Lokalrivale der TG nämlich der ETSV 09 Landshut, die zu der Zeit in der Bayernliga spielte.
Ein Jahr später fand er dann mit der TG Landhut für die nächsten 8 Jahre seine sportliche Heimat.
Als einer der Leistungsträger erlebte er die glorreichen Zeiten der TG Landhut. Von der Landesliga ging es in fast einen Durchmarsch in die Regionalliga. Zusammen mit früheren Weltklasseleuten wie Rüdiger Neizel und Mirca Petran wurde er gar Vizemeister in der Reginalliga Süd.
Der Mainburger Handballnachwuchs kann sich auf Semir Hadzidulbic freuen. Das erste Training das er gemeinsam mit Otto Faber abhält, findet schon kommenden Dienstag den 1.7. ab 18:00 Uhr in der Mainburger Hauptschulhall statt.
Wieder 1 Jahr später
Handballer des GGM spielen in Berlin um die deutsche Meisterschaft!
Überzeugender Sieg der B-Jugend des GGM im Landesfinale / Zusammenarbeit Schule und Verein auf höchsten Niveau
Der größte Erfolg im Mainburger Schulsport ist perfekt. Die Handballer der Altersklasse Jungen II (=B-Jugend) des Gabelsberger-Gymnasiums gewannen das Landesfinale am letzen Dienstag in Neusäß bei Augsburg mit einem überzeugenden 29:21 gegen Nürnberg und haben sich damit für das Bundesfinale in Berlin vom 04. bis zum 08. Mai 2004 qualifiziert. Das erste Mal steht eine Schulmannschaft aus Mainburg also auf der höchsten Ebene des Schulsports, dem sog. Bundesfinale, was der Deutschen Meisterschaft entspricht.
Nach dem für die Mainburger auch auf Vereinsseite üblichen 0:1-Rückstand gaben die Jungs um Trainer Otto Faber das Heft nie mehr aus der Hand. Nach fünf Minuten lagen sie u.a. wegen der großartigen Unterstützung der mitgereisten Fans (u.a. die komplette Klasse 10b sowie die A-Jugend des TSV Mainburg und einige Ex-GGMler) mit 5:2 in Führung, nach einer Viertelstunde war das Ergebnis auf 10:4 ausgebaut und fast schon eine Vorentscheidung gefallen. In den nächsten Minuten spielten die Jungs etwas lockerer, was dem Gegner, dem Hans-Sachs-Gymnasium Nürnberg, ermöglichte, bis zur Pause auf 13:9 heranzukommen. Spätestens in der 32. Minute war aber beim Spielstand von 17:11 alles klar. In der Folgezeit spielten die Mainburger das Ganze recht locker nach Hause und ließen die Nürnberger nie mehr als bis auf vier Tore herankommen. Sogar Zeit zum zaubern war noch: Das letzen Tor zum 29:21 resultierte aus einer sehenswerten Kempa-Kombination von Daniel Thoma und Manuel Anasenzl.
Wie die Chancen beim Bundesfinale sind, lässt sich schwer abschätzen. Man trifft auf die Handball-Internate der neuen Bundesländer, auf Schulen, die mit Bundesligavereinen kooperieren, aber auch auf völlig unbekannte Gegner. Vielleicht können die Mainburger für Überraschungen sorgen, denn zur Spezies der Unbekannten zählen auch sie. „Wer ist schon Mainburg “ war ja auch vor Beginn der Bayernliga-Saison der Vereinsmannschaften zu hören (aus dieser Bayernliga-B-Jugend rekrutiert sich auch die erfolgreiche GGM-Schulmannschaft).
Inzwischen, nachdem die Jungs allen Teams in der Liga mit Ausnahme von Fürstenfeldbruck mindestens einen Punkt „abknöpfen“ konnten und ein vierter Paltz möglich ist, fragt keiner mehr einer in Bayern. Erst recht nicht mehr nach dem Sieg der erfolgreichen Mainburger Handballer bei der B-Jugend des Bundesligisten Erlangen und jetzt im Bayerischen Schulfinale. Man sieht also, welche großen Erfolge die hervorragende Kooperation zwischen dem Gabelsberger-Gymnasium und der Handballabteilung des TSV Mainburg gebracht hat.
Diesen großartigen Erfolg erzielten: Christopf Lohr (Tor, mit großartigen Paraden), Daniel Thoma (6 Toren), Philipp Wagner (8), Alexander Häuslmeir (4), Michael Große-Hering (1), Manuel Anasenzl (4), Leonhard Wobbe, Wolfgang Schöll (6), Franz Fellner ( im Endspiel leider verletzt) sowie Andreas Stephan und Matthias Schöll.
Im Jahr darauf lieferte dieser Jahrgang schon in der ersten Top Leistungen ab
BHV – Pokal
TSV Mainburg bietet Bayernligist Tus Fürstenfeldbruck Paroli / 25:33 Niederlage erst in der Schlußviertelstunde / Zuschauer feiern Hallertauer
Es war das beste Handballspiel, daß man in Mainburg bisher zu sehen bekommen hat. Das war kurz umrissen das Zuschauerfazit nach dem Pokalspiel des TSV Mainburg gegen den Bayernligisten TUS Fürstenfeldbruck.
Geradezu überschwenglich wurden die Mainburger, trotz der Niederlage im BHV Pokal Achtelfinale, von ihren zahlreichen Anhängern gefeiert. Denn erst in der 45. Minute konnten die Brucker nach der Roten Karte gegen Mainburgs Leitwolf Semir Hadcidulbic wegziehen. Bis dahin hielten die Hallertauer bestens mit und waren bis zur 40. Minute sogar zweimal in Führung gegangen.
Fürstenfedlbruck legte mit einem Blitzstart los. 10 Sekunden und es klingelte zum ersten mal im Mainburger Gehäuse. Mainburger hatte in den ersten 5 Minuten sichtlich Mühe dem Tempo des Bayernligisten zu folgen.
5:1 lag man zurück und es kam auf den Zuschauerrängen bereits Angst auf daß man da gehörig unter die Räder kommen würde. Doch dies wäre voreilig gewesen weil sich die Hausherren zusehends besser ans Tempo gewöhnten und dieses sogar mitgehen konnten. Nach 10 Minuten stand es nur noch 5:6 für Fürstenfeldbruck.
Heftig fiel vor allem die Gegenwehr in der Mainburger Abwehr aus. Der viel gelobte Rückraum der Gäste konnte keine Durchschlagskraft mehr entwickeln. Zudem fand man auch im Angriff das geeignete Rezept um Druck auszuüben. Über die Außenpositionen wurden immer wieder die Tore erzielt. Semir Hadcidulbic(8Tore) auf der rechten Seite, Andreas Harrieder (3Tore) und Franz Fellner (3Tore) auf der Linken Seite waren die Verwerter. Die Partie wurde zusehends zum offenen Schlagabtausch und als man in der 27. Minute erstmals ausgleichen konnte, war natürlich der Teufel los in der Mainburger Hauptschulhalle. Irgend wie mußte sich der Halbzeitstand von 13:13 in Mainburg herumgesprochen haben. Denn nach Wiederanpfiff waren gut und gerne 300 Zuschauer in der Halle und sogar Pauken waren in der Pause herangeschafft worden um die TSV,ler zusätzlich zu unterstützen.
Die entlohnten ihre Fans in der 35. Minute mit der erstmaligen Führung zum 17:16. Dann in der 40. Minute die Vorentscheidung zuungunsten des TSV Mainburgs. Nach einem unglücklichen Faul mußte Semir Hadcidulbic vom Platz. Vor allem im Angriff war nun das Gewitzte wie weggeblasen. Innerhalb von Fünf bis zu 48. Minute konnte man vom Stand von 20:20 bis zum 20:25 aus keinen Treffer erzielen. Sichtlich ratlos wurde auch der Wiederstand in der Abwehr weniger so daß Fürstenfeldbruck nun mehr oder weniger leichtes Spiel hatte. Fünf schwache Mainburger Minuten reichten also für einen zu hohen 33:25 Erfolg für den TUS Fürstenfeldbruck.
„Ich bin wirklich hin und her gerissen. Zum einen freut es mich wirklich, wie wir die vorgegebene Marschrute umgesetzt haben. Zum anderen hat uns die Rote Karte gegen den „Tuce“ total aus der Bahn geworfen, was auch nicht nötig gewesen wäre“ Der Mainburger Trainer konnte sich nach dem Spiel nicht ganz freuen.
„Auf jeden Fall haben wir Werbung für den Handball gemacht“ Abteilungsleiter Karl Schöll nahm es dagegen ganz pragmatisch. Aus der Mainburger Mannschaft stachen neben den Genannten auch Philip Heine (4 Treffer) und Daniel Thoma mit 6 Tore heraus.
In der Hallertauer haben wir uns dann das auf die Fahnen geschrieben und dies auch im Handballecho noch einmal wiederholt
Das Nachwuchskonzept der TSV Handballer – Eine Erfolgsstory
Die Handballer des TSV Mainburgs sorgen mittlerweilen schon seit April für Furore. Die erste Mannschaft schafft genau wie die A-Jugend und die weibliche C-Jugend den Aufstieg in die Bezirksoberliga. In der Mainburger Hauptschulhalle herrscht immer wieder aufs neue Volksfeststimmung. Überhaupt kommen an den Heimspieltagen immer mehr Zuschauer. Dann steigt im Juni mit der männlichen B-Jugend erstmals eine Mainburger Mannschaft in die Bayernliga auf.
Die Nachwuchsmannschaften sind gespickt mit Bezirksauswahl- und sogar mit 5 Bayernauswahlspielern. Und letzte Woche ließ man dann auch noch verlauten, daß man mit Semir Hadzidulbic einen früheren Jugendweltmeister als Nachwuchstrainer engagiert hat. Abteilungsleiter Karl Schöll hebt immer wieder hervor, daß die Abteilung vor allem auf Nachwuchsförderung setzt um weiterhin voranzukommen. Zum Thema Nachwuchsförderung haben wir die Beiden Handballlehrer im Diensten des TSV Mainburg Otto Faber und den neuen Mann an seiner Seite Semir Hadzidulbic befragt.
HZ: Hr. Hadzidulbic, kann sich der TSV Mainburg überhaupt einen Weltmeister leisten?
Hadz.: Der Weltmeistertitel ist ja fast gar nicht mehr wahr. Das war ja schon 1991mit der jugoslawischen Juniorennationalmannschaft. Aber ich bin mir sicher, daß ich weniger „koste“ wie ein C-Klassen Fußballtrainer.
HZ.: Aber was treibt Sie gerade nach Mainburg?
Hadz.: Erstens ist das hier ein junger Verein. Und wenn ich jung sage dann meine ich damit, daß das auch für die Abteilungsführung gilt. Außerdem weiß ich von meinem Freund Ralf Forster (Trainer der ersten Mannschaft), daß hier der Trainer ohne Beeinflussung von außen arbeiten kann. Das ist leider nicht überall so üblich. Meistens wissen es die Funktionäre immer besser und bringen mit solchen Streitereien viel Unruhe in die Mannschaften. Für Mainburg hat auch die Vision von Karl Schöll gesprochen, vor allem auf Jugendförderung zu setzen. Das ist für mich außerordentlich wichtig, denn auch in der nächsten Umgebung gibt es Vereine, die nur auf bezahlte Spieler für die „Erste“ setzen. Wie gesagt – hier entsteht eine großartige Sache. Die Leute haben Spaß am Handball und haben durch Otto Faber eine großartige Ausbildung genossen. Da stecken noch viele Möglichkeiten für die Zukunft drin.
HZ.: Sie sind 30 Jahre alt, für einen Handballer also das beste Alter. Sie könnten doch sicher noch aktiv spielen?
Hadz.: Angebote hat es schon gegeben. Auch aus der 2. Bundesliga. Aber daran bin ich nicht interessiert. Ich möchte im Nachwuchsbereich arbeiten und hier zusammen mit dem Verein weiter Aufbauarbeit leisten. Außerdem ist meine Frau aus Pfeffenhausen und auch mein Freundeskreis ist in der näheren Umgebung zu Hause.
HZ.: In der jüngsten Berichterstattung war viel die Rede von einem Nachwuchsförderungskonzept. Was verbirgt sich da genau dahinter?
Faber: Konkret gibt es in diesem Konzept drei Säulen. Zum einen werden wir die B-Jugend und die A-Jugend gemeinsam trainieren. Die körperlich am weitesten fortgeschrittenen Spieler und unsere Bayernauswahlchracks trainieren zusätzlich eine Einheit zusammen mit der ersten Mannschaft. Das hat den Effekt, daß sich die Jungs schneller an die jeweils nächst schärfere Gangart gewöhnen.
Die zweite Säule besteht darin, daß wir die Spielsysteme der einzelnen Mannschaften angleichen und zwar in Defensive und Offensive. Angestrebt wird ein durchgängiges System von den Jugendmannschaften bis zur Ersten Mannschaft.
Und drittens werden wir den Kontakt zu den Schulen intensivieren um immer wieder neuen Nachwuchs zu bekommen. Da ich im Gymnasium unterrichte, haben wir da schon fast traditionell einen hervorragenden Kontakt. Außerdem ist das Gabelsberger Gymnasium Stützpunktschule für Handball in Bayern. In der Hauptschule muß Handball erst wieder Tritt fassen. Aber auch da lassen sich entsprechende Kontakte aufbauen.
HZ: Der Erfolg gibt Ihnen recht. Aber haben Sie keine Angst, daß Ihnen die besten Spieler weggehen?
Faber: Das kann schon passieren. Aber es müßte dann schon mindestens ein Regionalligaverein sein, denn wenn diese Burschen der A- und B-Jugend in zwei oder drei Jahren zusammen in der ersten Mannschaft spielen , dann schaffen sie es auch in Mainburg in die Herren Bayernliga. Und wenn es wirklich der eine oder andere mal in die Reginalliga oder gar in die Bundesliga schaffen würde, dann wären wir außerordentlich stolz. Wir haben uns vor ein paar Jahren auch für Gigs Harrieder gefreut, als bei der TG Landshut (damals Regionalliga) Tritt gefaßt hatte. Damals hätten wir ihn in Mainburg nicht weitergebracht. Aber jetzt hat er auch in der „ersten“ Mannschaft Anreiz wieder zurückzukommen.
HZ: Karl Schöll hat vor ein paar Jahren gesagt er will mit der Ersten Mannschaft in die Landesliga. Sie wollen noch eine Etage höher, nämlich in die Bayernliga. Ist das nicht etwas hochtrabend?
Hadz.: Nein, diese Burschen können wirklich ohne Ausnahme Handballspielen und was noch wichtiger ist – sie wollen hart trainieren. Da kommt Talent und Wille zusammen.
Faber: Natürlich müssen wir die sportliche Ausbildung weiter treiben. Es sind noch gut zwei Jahre Feinabstimmung zu leisten. Die meisten der Spieler werden sich außerdem noch körperlich entwickeln.
HZ: Diese Jungs, die jetzt in die Bayernliga aufgestiegen sind, ist das eine Ausnahme oder ein glücklicher Zufall oder kann man weiterhin mit der Leistungsstärke rechnen?
Faber: Die A- und B-Jugend sind im Augenblick natürlich unser Aushängeschild. Die C- und D-Jugend hat da noch Entwicklungspotential. Bisher haben unsere Möglichkeiten nur gereicht zwei Jahrgänge besonders zu betreuen. Das war auch so in Ordnung. Mit Semir Hadzidulbic haben wir unsere Kapazitäten sozusagen verdoppelt. Wir werden ab sofort unser Konzept auf den ganzen Nachwuchsbereich übertragen. Die stärkeren C-Jugendspieler trainieren ab sofort mit B- und A-Jugend. Und über die Schulen versuchen wir neue Jugendspieler zu bekommen.
HZ: Wie wollen Sie junge Leute ausgerechnet für Handball begeistern?
Faber: Handball ist in Mainburg im Aufwind. Man muß die jungen Leute eigentlich nur mit Handball in Kontakt bringen. Stimmen die motorischen Fähigkeiten, dann läuft die Sache fast von alleine. Und wenn sich dann der Erfolg einstellt, dann entscheiden sich die Burschen wie die Mädchen schnell für den Handball. Aber Sie haben schon recht. Man muß immer dahinter bleiben sonst verliert man auf Dauer gegen den Fußball oder gegen die sog. Funsportarten.
Auf jeden Fall aber ist steckt im Handball alles drinnen was man sich von einer Sportart wünschen kann …
HZ: …und das wäre?
Faber: Na ja, Handball hat schon immer alles das zu bieten was Sport spannend und interessant macht. Dynamik, schnelles und körperbetontes Spiel, Torraumszenen in Hülle und Fülle. Die Stimmung in der Halle würde auch den letzten Sportmuffel anstecken. Wenn das jetzt als Werbung angesehen wird, dann darf es das auch.ch.
Hadz.: Für Handball spricht auch, daß man positive menschliche Eigenschaften geformt werden. Selbst das größte Talent muß in die Abwehr zurück und Drecksarbeit verrichten. Da darf es keine Allüren geben, sonst verliert die Mannschaft. Teamarbeit ist also absolute Pflicht. Es funktioniert wirklich nur zusammen. Der Handballsport fördert also Eigenschaften, die heutzutage gesellschaftlich und auch vom Arbeitsleben her, mehr gefordert sind denn je.
Überhaupt ist der Gemeinsinn der Handballer größer als in irgend einer anderen Mannschaftssportart.
Die Ära F.P.
Fischer Peter; F.P.
F.P. war Handballabteilungsleiter von 1986 – 1998
Er übernahm das Amt des Handballabteilungsleiter am 12.4.1986 von Hans Bachner; Zuvor Trainer; Spieler
F.P.: „Mannschaftsgeist und ein bisschen mehr Ehrgeiz, dann geht’s voran.“
So fasste F.P. sein Motto bei Amtsantritt zusammen.
Das war damals auf die Erste Mannschaft und auf die Ehrenamtliche Arbeit gemünzt.
Die „Erste“ war 1986 zwar Meister in der Kreisklasse geworden, verpasste aber in den Qualifikationsspielen den Aufstieg in die Bezirksliga.
Vor allem aber war es Peter Fischer ein Anliegen die damals Jüngeren für die ehrenamtliche Arbeit zu mobilisieren.
Die Jugendarbeit sollte mit mehr Einsatz vorangetrieben werden. Das Ziel war wieder alle Jugendmannschaften zu besetzen. Schon Amtsvorgänger Hans Bachner registrierte eine Abwanderung von Nachwuchstalenten hin zum Fußball. Eine Handball D-Jugend konnte damals „mangels Masse“ gar nicht gemeldet werden.
Aber nicht nur der Mainburger Handball hatte Probleme. Die Sportart schlitterte in den 80er Jahren insgesamt in eine Krise.
In Bayern gaben etliche Mannschaften den Spielbetrieb im Jugendbereich oder auch komplett auf.
In der Kreisliga Donau Ilm der A-Jugend spielten in der Saison 85/86 mit Rohrbach, Gaimersheim und Mainburg nur noch drei Mannschaften.
Wie Boris Becker, die deutsche Handball-Nationalmannschaft und der Pillenknick dem F.P. den Start erschwerte
Die Deutsche Handball Nationalmannschaft war zu der Zeit des Amtsantritt von F.P. nur noch Drittklassig und somit als Vorbild für den Breitensport untauglich. Ganz anders
Fußball, Tennis und die aufkommenden Individualsportarten. Boris Becker und Steffi Graf sorgten für den Tennisboom. „König“ Fußball (Vizeweltmeister 1986; Weltmeister 1990) hat seit jeher keine Probleme. Für die Handballer aber wurde es immer schwieriger Nachwuchs zu bekommen.
Das Umfeld war also alles andere als günstig für Peter Fischer bei seinem Start als Abteilungsleiter.
Und als ob das alles nicht genug gewesen wäre, kam auch noch der „Pillenknick“ hinzu.
Unglaublich aber wahr??!!
Zumindest lesen wir in der Ausgabe 4/1986 unserer TSV-Vereinsnachrichten: „Der „Pillenknick“ … trifft die Vereine am Lebensnerv – …
… Die Pille lässt den Nachwuchs zahlenmäßig schrumpfen.“ Und weiter wird darauf hingewiesen wie wichtig in diesem Zusammenhang die Kinder – und Jugendarbeit ist.
Die Amtszeit des F.P. – schwierige Anfangsjahre
86/87 und 87/88: fünf Mannschaften gemeldet/1.+2. Herren, 1. Damen, A-und C-Jugend
Damen kurz vor der Auflösung
88/89: nur noch drei Mannschaften gemeldet/ 1.+2. Herren und B-Jugend /1. Mannschaft wird Meister und steigt auf
89/90: 4 Mannschaften gemeldet/ 1.2. A –u. D Jugend / 1. Mannschaft steigt ab
2. Mannschaft vor der Auflösung
91/92: Tiefpunkt: nur noch 2 Mannschaften im Spielbetrieb/ 1. Mannschaft und C-Jugend.
Aber: Peter Fischer stellt wichtige Weichen für die Zukunft:
Zusammenarbeit mit Gabelsberger Gymnasium und Studienrat Otto Faber beginnt. Hanns Seidl wird Jugendleiter.
92/93: Bereits wieder 4 Mannschaften gemeldet. Mit der AH sind es fünf Mannschaften. D-Jugend unter Otto Faber wird Meister.
93/94: 6 Mannschaften gemeldet/ erstmals Mädchen Nachwuchs (C-und D-Jugend) am Start./ Die Zusammenarbeit mit Gymnasium wirkt sich immer besser auf Nachwuchs aus.
94/95: Umstrukturierung des Bayerischen Handballverbandes. Kreis Donau Ilm wird aufgelöst. Mainburg spielt im Bezirk Oberbayern in der A-Klasse.
95/96 und 96/97: 5 Mannschaften im Spielbetrieb; männliche B-Jugend wird Meister in der Bezirksklasse Oberbayern (diese Spieler stellen heute den Kern der Ersten Philipp Heine, Markus Ernstberger, Johannes Appl, Gix Harrieder )
97/98: 5 Mannschaften im Spielbetrieb, A-Jugend weiblich holt Meisterschaft.
Vorbereitung der Saison 98/99:
7 Mannschaften werden für den Spielbetrieb gemeldet. Das war bis dahin Abteilungsrekord.
Der weibliche Bereich ist mit einer Ersten Damenmannschaft, der C- und der B-Jugend vertreten. Der männliche Bereich schickt die Erste Herrenmannschaft (steigt in dieser Saison wieder auf) , die A-, B- und C-Jugend an den Start.
Die Trainerriege für den Nachwuchs wird verstärkt.
Mit Rudi Sommerer (A-Jugend) und Albert Lohr (C-und D-Jugend) steigen zwei „Alte“ als Jugendcoach ein.
Oktober 98: Peter Fischer übergibt die Abteilungsleitung an Karl Schöll
Fazit:
F.P. hat mit seinen engsten Mitstreiter Rudi Sommerer, Reinhard Möser, Thomas Brunner und Hanns Seidl Kämpferqualitäten bewiesen. Sie bauten die Handballabteilung neu auf, stabilisierten sie langfristig und begeisterten eine junge Generation für die ehrenamtliche Arbeit und den Handballsport.
F.P. legte mit seiner Arbeit den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
